Wieviel Kopf steckt in den Füßen?
  deutsch

Gedanken, Leistung, Flow-Erleben

18.07.2016 19:56

6 und 12 Stunden Traillaufen im Dienste der Wissenschaft

Am 16.7.2016 lud Michele Ufer zum dritten Mal zu einer besonderen Laufveranstaltung ein. Im Rahmen seines Forschungsprojekts zum Thema „Selbstführung, Flow & Spitzenleistung unter extremen Bedingungen“ gingen die Läufer beim HILLYMANJARO an den Start, um innerhalb von 6 oder 12 Stunden so weit wie möglich zu laufen. Der Sieger Matthias Heinle absolvierte über 94 Kilometer und stellte einen neuen Streckenrekord auf.

Nach zwei Winterausgaben fand der Hillymanjaro nun erstmals auch als Sommerausgabe statt. Das Ziel: Innerhalb des Zeitfensters von 12 Stunden auf einem anspruchsvollem Rundkurs über 4,73 Kilometern mit 112 Höhenmetern durch das technisch schwierige Gelände des Ebbergs so weit wie möglich zu laufen. Die Athleten hatten dabei mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen und mussten einen mindestens 7 kg schweren Rucksack während des Laufs transportieren. Darin befand sich die gesamte Ausrüstung und Verpflegung, die für einen langen Wettkampftag an der frischen Luft nötig waren.

„Das war natürlich keine willkürliche Verschärfung der Bedingungen. Ich hatte im Rahmen meiner Doktorarbeit Daten bei Läufen auf 4 Kontinenten erhoben, schwerpunktmäßig bei Mehrtagesrennen unter extremen Bedingungen, bei denen die Teilnehmer autark und unter Mitführung ihrer gesamten Ausrüstung Strecken von 250km in der Wüste, dem Regenwald oder am Polarkreis bewältigten. Da ist es völlig normal, mit 8-12kg Gewicht zu laufen und diese Herausforderungen wollte ich hier beim HILLYMANJARO ein stückweit spürbar machen. Obwohl die Doktorarbeit längst fertig gestellt ist, fragten in der Vergangenheit immer wieder Läufer nach, wann denn der nächste HILLY stattfinden würde, und so haben wir entschlossen, den Lauf weiterhin durchzuführen und dabei interessanten Forschungsfragen nachzugehen, mittlerweile bereits zum dritten Mal“ erklärt Ufer.

Da ein 12-Stunden-Lauf mit schwerem Gepäck für manche Läufer doch eine Spur zu extrem ist, wurde erstmals  parallel auch ein 6h-Lauf durchgeführt, bei dem die Trail-Läufer ohne Gepäck laufen können. Der Startschuss fiel für die 12h-Läufer bei bestem Laufwetter Samstagmorgen um 7:00 Uhr, die 6h-Läufer gingen um 13 Uhr auf die Strecke.

Der Gewinner des 12h-Laufs Matthias Heinle von der LG DUV absolvierte 20 Runden und legte damit 94,60 km mit 2240 Höhenmeter zurück, gefolgt von Stefan Christoph auf Platz zwei mit 85,14 km und auf Platz drei der Dortmunder Andreas Rosin vom LT Wischlingen mit 66,22 km. Bei den 6h-Läufern konnte sich Thomas Kühnen mit 47,30 km den Titel sichern, gefolgt von Benedigt Strätling und Uwe Rüping. Bei den Damen hatte Katja Hornfeld mit 47,30 km die Nase vorn. Johanna Bertram belegte den zweiten Platz, gefolgt von Claudia Kühnen.

Letztlich aber waren alle Teilnehmer Gewinner. Sie erhielten von Ufer eine wissenschaftlich fundierte persönliche Auswertung zu ihrer mentalen Leistungsfähigkeit, trugen dazu bei, einmalige Forschungsdaten über die Auswirkungen unserer Kognitionen auf die Beanspruchung, Leistung und das Flow-Erleben zu sammeln und verbrachten einen inspirierenden Tag in schöner Natur. Da die Resonanz der Teilnehmer sehr positiv ausfiel, wird es auch zukünftig eine Sommer- und Winterausgabe dieses einmaligen Forschungs-Rennens geben, zu dem sich interessierte Läufer bei Michele Ufer bewerben können.

Infos zum Event gibt es hier: www.trailrunning-adventure.com

Zurück